Naturkundlich-orientierte Wanderwoche "Hohe Rhön" (24. - 28. Mai 2017)

Nach den naturkundlich orientierten Wanderwochen in 2015 und 2016 im Nationalpark Berchtsgaden stand das Biosphärenreservat Rhön im Mittelpunkt der diesjährigen Wanderwoche. Elf interessierte Teilnehmer der Sektion Mainz trafen sich Ende Mai in Gersfeld zu einer neuen Runde. Vorteilhaft für diese Wanderwoche war, dass sich alle Teilnehmer im Vorfeld die Grundlagen von ökologischen Zusammenhängen in der Natur angeeignet hatten. Dies erleichterte bei den Touren mit dem Ranger das Verstehen von natürlichen Lebensabläufen. Denn letztendlich ist Naturschutz nichts anders als das Bereitstellen von Lebensräumen für unsere Tier- und Pflanzenwelt.

Die Exkursionen führten uns zum Schwarzen sowie Roten Moor, zur Steinwand mit Besuch der Enzianhütte, der Wasserkuppe sowie der Kernzone Schafskopf. In den 14 Kernzonen des Biosphärenreservates wird seit ca. 40 Jahren keine Forstwirtschaft mehr betrieben, d. h. die Wälder werden sich selbst überlassen. Beeindruckend präsentierten sich diese Urwälder. Mit Buchenbeständen, deren Baumstämme wie die geraden Säulen einer Kathedrale stehen. Mit einem Waldboden frei von Astwurf, abgesehen von wenigem Totholz. Offensichtlich kann ein Urwald so viel leichter Wasser und Kohlenstoffdioxid speichern sowie klimaregulierend wirken - und dankt es mit 350jährigen vitalen Buchen und Eichen.

Abgerundet wurden die Exkursionen mit einer Wanderung auf dem ehemaligen Todestreifen. Die deutsch-deutsche Geschichte ist hier noch immer sehr lebendig. Geprägt war die Wanderwoche durch das aufrichtige Interesse und das tiefe Naturverständnis der Teilnehmer. Belohnt wurde die Gruppe mit einem durchweg traumhaft schönen Wetter.

Text: Werner Both, Naturschutzreferent DAV Mainz, Foto: Klaus Herbst