Rund ums Kapruner Tal (28. Juni - 2. Juli 2017)

Im Bann der Wetterkapriolen – die Tauernrunde mal anders

Der Plan war, die Kaprunerrunde im Uhrzeigersinn zu gehen:

  • Start am Parkplatz der Gletscherbahnen Kaprun (911 m)
  • Aufstieg über die Brandlscharte (2.371 m) zur Gleiwitzer Hütte (2.174 m)
  • über den Kempsenkopf (3.090 m)
  • Abstieg zum Moserboden (2.036 m)
  • Aufstieg zum Heinrich-Schwaiger-Haus (2.802 m)
  • Reservetag auf der Hütte oder kleiner Aufstieg zum Focheskopf (3.165 m)
  • runter zum Moserboden und über die nördliche Kammerscharte (2.636 m) über das Alpincenter Kaprun
  • vorbei an der Krefelder Hütte zur Salzburger Hütte (1.860 m)
  • Abstieg zurück zum Parkplatz der Gletscherbahnen Kaprun (911 m)

Soweit der Plan – aber ein guter Wanderleiter hat immer auch einen Plan B! Aufgrund der Wetterlage wurden sogar noch weitere Pläne nötig…

Mittwoch: Wir sind im Plan

Planmäßige Anreise mit Aufstieg zur Gleiwitzer Hütte. Erst schweißtreibend bei sehr schwülem Wetter, später bei Regen und Gewitter. In der Hütte waren schon die ersten Schuhe „durchgeweicht“. Die Wettervorhersage verhieß auch für den nächsten Tag nichts Besseres, also Plan B: eine weitere Nacht auf der Hütte verbringen und abwarten. Was uns allerdings bei der netten Hüttenwirtin nicht schwerfiel, ihre Kochkünste haben uns für das schlechte Wetter entschädigt.

Donnerstag: Plan B

Wir nutzten am Donnerstag ein kurzes Wetterfenster für einen kleinen Ausflug in der näheren Umgebung zur Tittmoniger Scharte, um Edelweiß zu suchen. Dieses gibt es in diesem Gebiet reichlich, neben einer großen Menge an Gämsen. Tatsächlich hat uns das nasse Wetter wieder schneller eingeholt als gedacht. Die Prognose war auch für Freitag nicht viel besser und wir entschieden uns für Plan C, da die Schneefallgrenze bis auf 2.200 m sank.

Freitag: Plan C

Statt Aufstieg zum Kempsenkopf Abstieg über das Imbachtal nach Kaprun und Fahrt mit dem Bus und Schrägaufzug zum Moserboden. Dort angekommen ging es noch 800 Höhenmeter hoch zum Heinrich-Schwaiger-Haus. Anders wären wir aufgrund der Wetterlage nicht in den Genuss gekommen, diesen spektakulären Schrägaufzug zu erleben. Die Prognose war für Samstag leider nicht besser, so dass schweren Herzens die Reservierung in der Salzburger Hütte von uns storniert wurde. Jetzt kam sogar noch Plan D ins Spiel…

Samstag: Plan D

Am Samstagmorgen wurden wir in unserer Entscheidung bestätigt: In der Nacht waren auf Höhe des Heinrich-Schwaiger-Hauses 15 cm Neuschnee gefallen und die ursprünglich geplante Tour über die Kammerscharte wäre sehr schwierig gewesen. Also Abstieg und einen weiteren gemeinsamen Abend in einem gemütlichen Hotel im Tal mit Sauna, gutem Bier und Wein verbringen, bevor wir am Sonntag wieder die Heimreise bzw. Weiterreise antraten.

Auch wenn wir unsere alpinen Fähigkeiten fast nicht ausleben konnten, so hatten wir trotzdem jede Menge Spaß bei einer Tour, gespickt mit Unplanmäßigkeiten, und wir würden diese Tour jederzeit wiederholen. Einen großen Dank an dieser Stelle auch an die Hüttenwirte, die für unsere Umbuchungen und Stornierungen Verständnis zeigten und sie problemlos akzeptierten.

Text: Gabi Kiene, Fotos: Martin Schultz-Kukula