Schneeschuhwanderung im Sellraintal (15. - 18. Februar 2017)

Schneeschuhschlittenspaß

Die Zeit rennt. Gleich drei Verschüttete gilt es binnen zehn Minuten zu finden, viel mehr Zeit bleibt Lawinenverschütteten nicht. Mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde ausgerüstet hetzen wir den Hang hinauf – und das mit Schneeschuhen. Endlich nähern wir uns dem ersten Verschütteten, doch dann rutscht uns die Sonde aus den Fingern und den Berg hinab. Gott sei Dank ist alles nur eine Übung auf dem Lawinenübungsfeld in Praxmar nahe Gries im Sellraintal.

Mit diesem Adrenalinschub starteten wir unseren dreitägigen Schneeschuh-Trip in die Stubaier Alpen. Wir – das waren sechs Sektionsmitglieder aus Mainz und Wanderleiterin Erika Schüller.

Gut trainiert und mit dem Bewusstsein, dass die Verschüttetensuche selbst im Trainingsmodus alles andere als einfach ist, stapften wir am nächsten Tag bei herrlichem Kaiserwetter der Lampsenspitze entgegen. Die Bedingungen konnten nicht besser sein, es lag weder zu viel noch zu wenig Schnee. Das machte das Aufsteigen von 1.687 auf 2.875 Meter recht einfach. Kämpfen und schnaufen mussten wir trotzdem, dafür war der Gipfelspurt ohne Schneeschuhe umso schöner. Oben am Gipfelkreuz fleißiges Fotoschießen und munteres Gipfelraten, was man bei bester Fernsicht am Horizont alles erkennt oder zu erkennen glaubt.

Nebenbei konnten wir während des Aufstiegs unsere LVS-Übung vom Vortag um theoretisches Wissen ergänzen. Entlang der Route befand sich ein Tourenlehrpfad mit interaktiven Hinweisschildern zu Tourenplanung, Gefahrenzeichen und Lawinenkunde. Die Schilder dienen als Ergänzung zum Lernen und Planen zu Hause. Schaut doch mal selbst vorbei: www.tourenlehrpfad.at.

Gleich am dritten Tag – die Wetteraussichten trübten unser Vorhaben – mussten wir das Erlernte für die eigene Tourenplanung umsetzen. Statt auf den nächsten Gipfel ging es auf sicherem Weg zur Potsdamer Hütte. Die urige Hütte entschädigte uns allerdings mit köstlichen Knödeln. Der Blick aus dem Fenster bestätigte dann auch unsere vorsichtige Planung: Es schneite heftig. Kurzerhand sattelten wir um. Wir liehen uns vom Hüttenwirt sechs Rennschlitten und jagten den acht Kilometer langen Weg hinunter. Statt sie dem Hüttenwirt wieder hochbringen zu müssen, konnten wir die Schlitten am Ende der rasanten Abfahrt einfach an einem Sammelpunkt abstellen. Welch eine Gaudi mit Komfort!

Text und Fotos: Christine Klemmer und Stefan Saemann