Skilanglaufkurse und Touren in Seefeld/Tirol (21. - 28. Januar 2017)

Diese Seite enthält zwei Berichte über das Kurs- und Tourenwochenende in Seefeld.

Der Skater ist immer der König

Besser hätte man es sich gar nicht wünschen können: strahlend blauer Himmel den ganzen Tag über, sehr gute Schneeverhältnisse und perfekte Loipen, dafür knackige Temperaturen bis zu minus 15°C morgens, aber im Tagesverlauf wärmte es auf und bei vollem Einsatz merkt ein Skilangläufer schon bald nichts mehr von der Kälte. 

Karin Eckert und Dr. Martin Schultz-Kukula haben ein ausgezeichnetes Ski-Langlaufkonzept ausgearbeitet, das so einfach und überzeugend ist, dass man dieser Wochenveranstaltung eine erfolgreiche Zukunft schon voraussagen kann.

Klassisch und Skating, das sind die Langlaufdisziplinen. Wer das eine oder das andere erlernen will oder schon Vorkenntnisse hat, kann an einem dieser dreitägigen Kurse teilnehmen und das Grundwissen erwerben oder seine schon vorhandene Technik verbessern.

Auf den Loipen im Seefelder Becken geht es los. Die Klassik-Gruppe, von Karin betreut, übt Diagonalschritt, Doppelstockeinsatz, Pflugbogen etc. und die Skating-Gruppe, unter Martins Anweisungen, übt sich in der Königsdisziplin, dem Skating. Schritt für Schritt wird der Neuling in dem gut strukturierten Kurs an die Lauftechnik des schnellen Skating-Schritts herangeführt und nach drei Tagen sieht das bei den meisten Kursteilnehmern schon ganz schön flott und dynamisch aus. Noch einige Balance-Übungen, richtiges Kanten, eigentlich ganz einfach, wenn man es so gut beigebracht bekommt. Dann geht es recht sportlich auf die gut hergerichtete Skatingspur. Der Skater ist immer der König oder die Königin, wenn es um die Schnelligkeit im Vergleich zu den „Klassikern“ geht. 

Es folgten drei Tourentage und auch hier gab es die Möglichkeit der Wahl zwischen den beiden Techniken. Die Gruppen wurden neu aufgemischt, so dass jeder die Technik wählen konnte, die ihm auf längeren Strecken angemessener erschien. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, später anzureisen und sich nur den Touren anzuschließen oder anderseits nur an den Kursen teilzunehmen. Ein flexibles Programm mit mehreren Optionsmöglichkeiten!

Erster Tag: Von unserem Ausgangspunkt in Scharnitz geht es auf die blaue A12 Loipe 7,4 km. Wegen der morgendlichen Kälte wird schnell gelaufen. Der dampfende Atem verwandelt die Bartträger bald in richtige Nikoläuse mit Eisbart. Am Nachmittag geht es auf die Möserer Loipe und dann über die Möserer Höhe zum Lottensee über 20 km, eine mittelschwere Loipe mit steilen Anstiegen und längeren Abfahrten. Die Hütte am Lottensee ist geschlossen. Ein Müsliriegel und ein Schluck aus der Thermoskanne müssen reichen. Dafür entlohnt die wunderbare Schneelandschaft: ein Wintermärchen.

Zweiter Tag: Scharnitz-Loipe über Giessenbach und dann Übergang auf die B9 Loipe (mittelschwer) zum Camp Alpin. Von hier zu Fuß auf dem Fahrweg bis zum Einstieg auf die Wildmoos Loipe und zur Wildmoosalm. Dann zum Lottensee über die B3 und zurück nach Seefeld wie am Vortag (ca. 27 km).

Dritter Tag: Diesmal geht es ins Leutaschtal. Leichte, sehr schöne Loipe mit extra Schleifen über die Panorama-Loipe (mittelschwer) mit wunderbarem Ausblick aufs Leutaschtal. Später Aufstieg zur Waldloipe mit Ausblick auf die Hohe Munde und abwechslungsreicher Abfahrt auf Waldwegen. Ein schönes Erlebnis. Rückfahrt über Leutasch bis ans Ende der Loipe bei den Ropferstub’m. Eine leichte aber lange Loipe (ca. 25 km).

Die Gruppe trennte sich einmütig, mit dem Vorsatz im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, und wer noch nicht das Skaten, die Königsdisziplin, erlernt hatte, würde es das nächste Mal nachholen.

Text: Wolfgang Gottschick, Fotos: Martin Schultz-Kukula

Augen auf bei der Zimmerwahl

Start der Veranstaltung war im Brunnerhof in Scharnitz. Im Laufe des Samstags trudelten alle Teilnehmer ein. Die erste Herausforderung stand bevor: Aufteilung der Zimmer. Durch Umbaumaßnahmen war keine langfristige Planung im Voraus möglich gewesen und so mussten Martin und Karin eifrig hin- und herlaufen, um die Zimmer nach Mann und Frau aufzuteilen. Am Ende hat alles gepasst.

Vereinzelt wurde das schöne Wetter am Anreisetag schon für eine erste Tour genutzt. Am Abend gab es dann die erste Lagebesprechung, in der die Eckpunkte für die Woche geklärt wurden: Wer in welche Gruppe kommt, wer welche Ski dabei hat, wann und wo Skier ausgeliehen werden können und wo am ersten Abend das gemeinsame Abendessen eingenommen wird.

Sonntagmorgen: Endlich geht es los. In der Pension wurde jedem von uns die Seefeld-Card ausgedruckt, sie berechtigt zum Benutzen von Bus und Loipen, ohne weitere Tickets zu kaufen. Also ab in den Linien-Bus und wenige Minuten später sind wir in Seefeld. Die dortigen Pisten sind unser Trainingsfeld für die nächsten 3 Tage. Doch zuvor in den Ski-Verleih und die passende Ausrüstung besorgen. In Seefeld gibt es an der Loipe einen komfortablen Aufenthaltsraum mit Spinden und Toilette für die Langläufer, hier konnten wir also Verpflegung und überschüssige Kleidung deponieren.

Die beiden Kurse (Klassik und Skating) waren etwa mit gleich vielen Teilnehmern belegt. Wir starteten dann auch getrennt. Beide Kurse hatten ihr eigenes Programm, im Linienbus Richtung Scharnitz am Nachmittag waren wir dann wieder vereint und verbrachten den Abend gemeinsam in einem der Restaurants in Scharnitz. So erging es uns 3 Tage lang.

Unsere Tourentage starteten wir am Mittwoch mit einer eisigen Runde auf der noch schattigen Scharnitz-Loipe (unter -10 Grad). Später wechselten wir mit dem Bus ins sonnige Seefeld und wurden von Martin und Karin in eine schnelle und eine gemütlicher fahrende Gruppe aufgeteilt. Die schnelle Gruppe kämpfte sich die schwarze Loipe hoch (Pascal sogar im Skating-Stil, ganz schön mutig als Anfänger), die „gemütliche“ Gruppe nur unwesentlich langsamer die rote Loipe mit schönen Ausblicken ins Inntal. Wir trafen uns fast zeitgleich zur Mittagsrast an der Lottensee-Hütte. Urig gelegen, aber leider geschlossen. Gut, dass es in der Mittagssonne angenehm warm war! Zurück ging es auf gleicher Strecke und nach einer flotten Abfahrt nahmen wir den Bus nach Scharnitz zurück.

Am nächsten Tag stand für die schnelle Gruppe der Übergang ins Leutasch-Tal auf dem Programm. Zunächst auf bekannter Loipe bis zur Lottensee-Hütte, dann weiter auf schwarzen Loipen auf und ab Richtung Hohe Munde (von überall in Seefeld und Leutasch zu sehen) und mit rasanten Abfahrten ins obere Leutasch-Tal. Dort erwartete uns ein wunderschöner Postkartenblick auf das Wettersteinmassiv und (genauso wichtig) ein schöner Gasthof für die Mittagspause. Gestärkt und innerlich gewärmt stiegen wir für den letzten Teil wieder in die Loipe. Martin sorgte mit kleinen Übungseinheiten (Spurwechsel) und Motivationseinlagen (österreichische Schoki) für Abwechslung und so schafften wir es in guter Laune bis zum Tal-Ende. „Einfach genussvoll rutschen lassen, das ganze Tal hinunter immer leicht bergab.“ Und weil wir so schnell gefahren waren, hatten wir vor dem Bus sogar noch Zeit für eine weitere Einkehr…

Letzter Tourentag. Da die eine Hälfte der Gruppe so vom Leutasch-Tal geschwärmt hatte, fuhren wir nun nochmal mit der gesamten Gruppe dorthin. Diesmal starteten wir direkt im Tal-Ort. Von dort leicht bergauf, dann die rote Panoramaloipe (Fototermin) und die Waldloipe (toller Schnee) und lange gemütliche Einkehr auf der Sonnenterasse der Aumoos-Alm (jetzt wissen wir schon, was wir in Deutschland vermissen werden). Wir genossen ausgiebig Sonne, Apfelstrudel und warme Hüttenwand und lösten uns dann etwas wehmütig für die letzte Strecke zum Bus Richtung Unterkunft.

Fazit: Wir haben wunderschöne Touren in einer grandiosen Gegend erlebt. Seefeld und Leutasch-Tal bieten abwechslungsreiche und ausgedehnte Tourenmöglichkeiten auf gepflegten Loipen. Der Brunnerhof in Scharnitz ist ein guter, unkomplizierter Ausgangspunkt dafür. Die Teilnehmer waren bereit, sich zu fordern und die Gruppe hat trotz unterschiedlicher Interessen zusammengehalten. Und besonders hervorzuheben: Wir hatten mit Karin und Martin sehr motivierte, geduldige und kundige Kurs- und Tourenleiter. Beide haben viel Energie und Zeit in Planungen und Neuplanungen gesteckt und durch ihre Art sehr zur guten Stimmung während der Tage beigetragen. Vielen Dank von uns Teilnehmern Christine, Gabi, Johannes, Karin, Katarzyna, Larissa, Lothar, Ludmilla, Pascal, Peter, Petra, Rosemarie, Werner und Wolfgang

Text: Karin Schuler und Gabi Kiene