Wanderwoche Nationalpark Berchtesgaden (2. - 9. Juli 2017)

Unser Standortquartier war das Stoll’s Alpina Hotel in Schönau, von dort starteten wir unsere teilweise anspruchsvollen Wanderungen.

Die erste Wanderung führte uns vom Ort Königssee zur Königsbachalm. Bei schwüler Witterung ging es schweißtreibend sehr steil bergauf zur Königsbachalm. Dort konnten wir Murmeltiere ganz in der Nähe beobachten. Der Abstieg ging über die Mittelstation der Jennerbergbahn wieder zum Ort Königssee. Die Jennerbergbahn wird komplett neu gebaut und ist deshalb bis in das Frühjahr 2018 nicht zu benutzen.

Unsere Ziele am darauffolgenden Tag waren von der Bob- und Rodelbahn in Königssee die Grünsteinhütte (1.220 m), der Gipfel des Grünsteins (1.304 m) mit herrlicher Aussicht in das Berchtesgadener Land. Weiter zur Kührointalm (1.420 m) und zur Archenkanzel. Die Archenkanzel bietet einen sensationellen Tiefblick auf den Königssee. Der Abstieg nach der Kührointalm auf einem sehr steilen Weg ist leider nicht gerade knieschonend…

Da wir uns dann einen „Ruhetag“ verdient hatten, schipperten wir mit einem Elektroboot von der Anlegestelle Königssee über St. Bartholomä zur Endhaltestelle Salet und spazierten an der Fischunkelalm vorbei zu Deutschlands höchstem Wasserfall, dem Röthbachwasserfall. Der sich an einer hohen Felswand 470 m in die Tiefe stürzende Wasserfall ist ein wunderschöner Anblick.

Die Wanderung am folgenden Tag war das absolute Highlight in dieser Woche: Wir fuhren mit dem Linienbus über die österreichische Grenze in Richtung Salzburg nach Grödig und nahmen dort die Seilbahn zum Untersberg. Von der Bergstation wanderten wir lediglich 20 Minuten zum Gipfel des Salzburger Hochthrons (1.852 m) und hatten hier eine phantastische Rundumsicht auf die Berglandschaft. Weiter ging es dann durch Latschenkiefern immer leicht bergauf und bergab bis zu einer Wiese am Hang mit toller Aussicht in die Bergwelt. Ab hier wurde es sehr steil. Auf schmalem, steilem und gerölligem Pfad ging es weiter bis zum Thomas-Eder-Steig, einem spektakulären Felsweg mit vier Tunnels und über 450 Stufen. Da dieser Weg in den Felsen gesprengt war, wanderten wir direkt am Fels entlang. Rechts von uns ging es hunderte Meter senkrecht in die Tiefe, daher war Seilsicherung angesagt. Es war höchste Konzentration gefragt, weil wir mehrfach durch Tunnels gehen und einige steile Steiganlagen passieren mussten, aber dies hat allen viel Spaß bereitet.

Nach dem Thomas-Eder-Steig gelangten wir auf einem schmalen und schönen aussichtsreichen Pfad zur Marktschellenberger Eishöhle, der größten Eishöhle Deutschlands. Bemerkenswert sind die meterdicken Eisformationen und die Größe der Höhle.

Am nächsten Tag stand das Wimbacher Schloss auf dem Programm. Wir wanderten durch die mit 200 Metern Länge sehr kurze Wimbachklamm und das Wimbachtal zum Schloss. Die Wimbachklamm ist eine schöne Klamm mit vielen kleinen Wasserfällen, in der man sich stundenlang aufhalten könnte. Nach der Mittagspause ging es durch das Wimbachtal wieder zurück und wir fuhren mit dem Bus nach Berchtesgaden, wo wir uns u.a. die Altstadt anschauten.

Am letzten Tag stand die „Gipfelbesteigung“ des Jenner (1.874 m) an. Startend in Hinterbrand ging es oberhalb der Königsbachalm bergauf bis zum Schneibsteinhaus (1.670 m). Nach der dortigen Mittagspause führte der Weg von da erst wieder ein Stück bergab und dann auf schmalem Bergpfad in Serpentinen zum Gipfel des Jenner hinauf. Kurz vor dem Gipfel bei noch gefühlten 20 Höhenmetern begann es laut zu donnern und wir beschlossen, schweren Herzens so kurz vor dem Gipfel aus Sicherheitsgründen den Rückmarsch anzutreten. Schnellstmöglich liefen wir auf gleichem Weg wieder zurück, um dann festzustellen, dass es bei diesem einzigen Donnergrollen blieb und die Sonne wieder zum Vorschein kam.

Eine wunderbare Wanderwoche mit vielen Eindrücken, tollen Erlebnissen und anspruchsvollen Wanderungen ist nun leider zu Ende. Das Berchtesgadener Land bietet noch viel mehr und wir werden in dieser Gegend sicher weitere schöne Touren unternehmen.

Text: Thomas Lenhart, Fotos: Caroline Kronebach