Schneeschuhtouren am Spitzingsee - Mangfallgebirge/bayerische Voralpen (22. - 26. Januar 2018)

Viel Schnee und angespannte Lawinenlage

Da man sich die Lawinenlage nicht aussuchen kann, macht man bei einer Wintertour bekanntlich das Beste daraus. Ganz nach diesem Motto haben wir die Tage am Spitzingsee verbracht. Gleich am Anreisetag waren wir über die Schneemassen erstaunt. Der kleine Ort Spitzing schien in einem tiefen Winterschlaf zu liegen. Hier und da liefen Schneefräsen um die Wege frei zu halten. Ansonsten: Still ruht der See! Nur an den Wochenenden verwandelt sich der kleine Ort zu einem Mekka für Tourengeher und Skifahrer aus dem Raum München. Gerade die bekannte Rotwand-Reibn ist dann stark frequentiert. Unter der Woche geht alles sehr beschaulich zu und so hatten wir die schöne Landschaft fast für uns alleine.

Bevor es am nächsten Tag zur ersten Tour gehen sollte, machten wir uns gleich am Anreisetag noch einmal mit den Abläufen zur Lawinenverschüttetensuche vertraut. Um uns nach den Übungen im Schnee bei Kaffee und Kuchen aufzuwärmen, ging es zum unweit entfernten Blecksteinhaus.

Der Dienstag startete mit leichtem Schneefall und der Lawinenlagebericht ließ keine Touren in allzu steilem Gelände zu. Also, kein Gipfeltag. Wir entschieden uns für den Aufstieg zur Schönfeldhütte und hofften dort auf eine schöne Einkehr. Leider standen wir vor verschlossenen Türen. Der Hüttenwirt hatte wohl keine Lust an einem Schlechtwettertag wie diesem für uns die Tür zu öffnen. Jedenfalls waren wir sehr erstaunt und machten uns auf zur Albert-Link-Hütte, die auf jeden Fall geöffnet hatte. Der Hunger war groß und die Portionen fielen entsprechend aus. Um nach dem üppigen Essen noch einmal in Bewegung zu kommen, drehten wir noch eine Runde ("Strafrunde") um den See.

Der Mittwoch mit verheißungsvoller Wettervorhersage sollte es rausreißen. Das Rotwandhaus (1737 m, höchste Hütte im Mangfallgebirge) stand auf dem Programm. Den Gipfel der Rotwand ließen wir allerdings aufgrund der Lawinenlage links liegen. Auch ohne den Aufstieg zum Gipfel war es eine tolle Tour durch eine wunderschöne Winterlandschaft bei strahlendem Sonnenschein.

Am Abend beratschlagten wir über unseren letzten Tourentag. Die Mehrheit war für eine Tour, bei der wir, wie in den vorhergehenden Tagen, direkt vom Hotel aus starten konnten. Die Lawinenlage hatte sich etwas entspannt und so hoffte ich doch noch auf einen kleinen Gipfelerfolg. Kurz vor der Oberen Firstalm bogen wir dann Richtung Brecherspitz ab. Der Aufstieg erfolgte entlang einer ehemaligen Skipiste. Mit entsprechenden Sicherheitsabständen schraubten wir uns bis zum Vorgipfel der Brecherspitz nach oben. Auf den Weiterweg zum Hauptgipfel, welcher über einen ausgesetzten Grat führte, verzichteten wir. Der Westgipfel auf 1630 m bescherte uns eine wunderbare Fernsicht. Unser kleiner Gipfelerfolg wurde mit einer schönen Einkehr auf der Oberen Firstalm abgerundet. Bei gutem Essen ließen wir die Tourentage auf der Sonnenterrasse Revue passieren.

Das Tourengebiet rund um den Spitzingsee bietet selbst bei angespannter Lawinenlage einige Möglichkeiten. Die Auf- und Abstiege sind moderat und die nahen Hütten laden zu einer Einkehr ein. Einziger Wermutstropfen war das Hotel Gundl Alm. Ein stark in die Jahre gekommenes Hotel mit zwar sauberen Zimmern, aber ansonsten sehr muffigem Ambiente.

Teilnehmer: Uschi Riplinger, Ute Matzel, Jürgen Riplinger, Eckhart Matzel, Rainer Henrich, Tourenleiterin: Erika Schüller

Bericht: Erika Schüller, Fotos: Uschi Riplinger